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Mit Umweltverbänden sprechen

Langwarder Groden Grünen-Chef Stefan Wenzel will sich erst informieren

Er könne niemanden unterstellen, die Situation verschlechtern zu wollen. Nur ein Kompromiss werde das Problem lösen können.

von Rolf Bultmann – Nordwest Zeitung

Bevor er die Sinnhaftigkeit der im Langwarder Groden geplanten Ausgleichsmaßnahme beurteilen könne, müsse er auch mit den Umweltverbänden sprechen, was er jetzt tun werde, sagte Stefan Wenzel. Deshalb konnte der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag seinen Butjadinger Parteifreunden und die Mitgliedern der Bürgerinitiative Langwarder Groden keine Zusagen für eine Unterstützung ihres Kampfes gegen eine Schleifung oder Öffnung des Vordeiches machen.

Stefan Wenzel, der auch Vorsitzender des Umweltausschusses des Landtages ist, war am gestrigen Donnerstag auf Vermittlung und in Begleitung seiner Nordenhamer Fraktionskollegin Ina Korter nach Butjadingen gekommen. Er wolle sich selbst vor Ort einen Eindruck verschaffen und dabei auch mit den Menschen sprechen, die hier leben und arbeiten, so der Grünen-Politiker.

Am Langwarder Groden und anschließenden im Fedderwardersieler Havenhuus kam er mit seinen Butjadinger Parteifreunden und Mitgliedern der Bürgerinitiative zusammen, die ihm die geplante Ausgleichsmaßnahme, ihre Bedenken und ihren Kompromissvorschlag (neues Sielbauwerk statt Vordeichschleifung) erläuterten.

Stefan Wenzel stellte fest, dass er den Gegnern, aber auch den Befürwortern unterstelle, die jetzige Situation im Langwarder Groden nicht verschlechtern zu wollen. Deshalb wolle er mit allen Beteiligten sprechen, um einen Gesamteindruck zu bekommen.

Der Chef der Grünen-Landtagsfraktion ist sich aber sicher, dass ein Kompromiss, der Naturschutz, Landwirtschaft, Küstenschutz und Tourismus Rechnung trägt sowie die weitere Schiffbarkeit des Fedderwardersieler Hafens garantiert und die Akzeptanz der Bevölkerung findet, nur gemeinsam mit allen am Verfahren Beteiligten möglich sei. Die Politik sei hier auch angesichts des bestehenden Planfeststellungsbeschlusses außen vor.

Stefan Wenzel unterstrich die Notwendigkeit, Eingriffe in die Natur durch entsprechende Kompensationsmaßnahmen auch wieder auszugleichen. Davon dürfe man sich nicht mit Geld freikaufen können.

Ina Korter hofft, dass sich auch die Umweltverbände einem Mediationsverfahren, in dem ein Kompromiss gefinden werden könnte, nicht verschließen werden.

Jürgen Sprickerhof, Grünen-Fraktionschef im Butjadinger Rat, und Bürgerinitiative-Vorsitzender Dieter Brockhoff kritisierten, dass der Butjadinger Kompromissvorschlag (neues Sielbauwerk) bislang nicht ernsthaft diskutiert worden sei.

Vor überzogenen Erwartungen an die geplante Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern der Ausgleichsmaßnahme im Langwarder Groden warnte jetzt dessen Initiator Björn Thümler. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion sieht darin aber die allerletzte Chance, noch zu einer Einigung zu kommen, mit der beide Seiten leben könnten. „Das wird aber nur gehen, wenn beide Seiten dazu bereit sind, von ihren Maximalforderungen abzugehen und sich auf einen Kompromiss einzulassen“, so Thümler. In den Planfeststellungsbeschlüssen sei das Ziel eindeutig festgelegt: Es müssten im Langwarder Groden naturnahe, tidebeeinflusste Salzwiesen entwickelt werden. Diskutiert werden könne nur über den geeignetsten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Björn Thümler ist derzeit dabei, einen neutralen Mediator für die geplante Diskussion zu suchen.

 

Weniger Anlagen liefern mehr Strom

Windenergie IFE Eriksen AG hat in Ahndeich/Inte 30 Millionen Euro in das Repowering investiert

Die Zahl der Windkraftanlagen wurde halbiert. Die größeren Windräder produzieren die dreifache Strommenge.

von Rolf Bultmann – Nordwest Zeitung

Jährlich rund 33,2 Millionen Kilowattstunden Strom, der den Bedarf von rund 8300 Vier-Personen-Haushalten decken würde, sollen künftig im Windpark Ahndeich/Inte bei Stollhamm produziert werden. Rund 30 Millionen Euro hat der Eigentümer und Betreiber, die IFE Eriksen AG, in ihr jetzt abgeschlossenes erstes Repowering-Projekt investiert.

Acht neue Windkraftanlagen des Herstellers Enercon, die eine Höhe von 120 Meter haben, mit einer Gesamtleistung von 18,4 Megawatt ersetzen die bisherigen 14 Altanlagen (65 Meter hoch). 1995 hatte die IFE Eriksen AG den Windpark Ahndeich/Inte mit einer Gesamtleistung von 7 Megawatt errichtet. „Der Windpark Stollhamm war der erste Windpark in unserer Firmengeschichte und ist jetzt unser erstes abgeschlossenes Repowering-Projekt“, erklärt Jakobus Smit, Vorstandsmitglied der IFE Eriksen AG.

„In Stollhamm zeigt sich deutlich der Wandel der Technik. Vor 15 Jahren haben wir die damals modernsten Anlagen geordert und eingesetzt. Nach dem Repowering produzieren wir bei etwa halbierter Anlagenzahl fast die dreifache Menge an umweltfreundlichen Strom“, so Smit

Davon profitiert auch die Gemeinde Butjadingen. Die Regelungen zur Gewerbesteuer sichern den Standortgemeinden seit 2009 mindestens 70 Prozent des Gewerbesteueraufkommens. So werden durch eine größere installierte Leistung und höhere Erträge auch mehr Gewerbesteuereinnahmen erzielt.

„Die Gemeinde Butjadingen hat nur wenig Spielraum für Mehreinnahmen. Eine Ausnahme bilden die Gewerbesteuern aus den Windparks. Zudem ist die Gemeinde einer der wichtigsten Standorte für Windenergie in Norddeutschland und möchte ihren Beitrag zur Energiepolitik des Landes noch weiter steigern. So kam der Plan der IFE Eriksen AG, den Windpark Stollhamm zu repowern, für die Gemeinde sehr gelegen“, erklärt Butjadingens Bürgermeister Rolf Blumenberg.

Der zeigte sich auch mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. Die IFE Eriksen AG habe großen Wert auf eine transparente und frühzeitige Kommunikation gelegt und professionell die Repoweringpläne umgesetzt.

Die werden derzeit auch im Windpark Schütting realisiert. Dort werden sieben 2,3 Megawatt-Windkraftanlagen errichtet. Die ebenfalls 120 Meter hohen Windräder sollen die acht 500-Kilowatt-Anlagen ersetzen, die 65 Meter hoch sind. Nach Auskunft der Nordtank Betriebs- und Verwaltungs GmbH in Ostenfeld bei Husum wird mit einem Investitionsvolumen von 25 Millionen Euro die Nennleistung des Windparks von 4 auf 16,1 Megawatt gesteigert.

Ein weiteres Repowering ist für den diesjährigen Herbst geplant. Dann sollen im Windpark Ahndeich/Deichhof die fünf 500-Kilowatt-Anlagen durch vier 2,3-Megawatt-Windräder ersetzt werden. Über 10 Millionen Euro wird die in Nordenham ansässige Wind-Bö-Windkraftanlagen GmbH in das Vorhaben investieren.

 

„Wir müssen am Wir-Gefühl in Butjadingen arbeiten“

Tourismus Erstmalig wieder sechs Vermieterversammlung nicht nur in den Nordseebädern

In diesem Jahr wird die Tourismus-Servicegesellschaft Butjadingen (TSB) erstmalig zu sechs Vermieter- und Informationsversammlungen in Burhave, Tossens, Eckwarden, Fedderwardersiel, Stollhamm und Waddens einladen. Diesen Auftrag erteilten die Aufsichtsräte der TSB und der Butjadingen Kur und Touristik GmbH (BKT) in einer gemeinsamen Sitzung auf Vorschlag ihres Vorsitzenden Jürgen Sprickerhof der Geschäftsführung.

Es gehe darum, den Kontakt zu den Leistungsträgern im Tourismusbereich zu verbessern, machte Jürgen Sprickerhof deutlich. Nur in einer engen Zusammenarbeit mit allen Beteiligten werde Butjadingen seine vorhandenen Chancen im Tourismus nutzen können.

„Wir müssen am Wir-Gefühl arbeiten. Dass das noch nicht allerorten vorhanden ist, hat die Diskussion um die Ausweitung der Kur- und Fremdenverkehrsbeitragspflicht auf das ganze Gemeindegebiet gezeigt“, machte Bürgermeister Rolf Blumenberg deutlich. In den Zusammenkünften sollen die Vermieter und auch andere Leistungsträger des Tourismus ihr Anliegen vortragen können.

 

Keine Sorge um den sportlerischen Nachwuchs

Jahreshauptversammlung Fußball und Tennis ziehen Jugendliche an – Vorstand wiedergewählt

von Markus Felske – Nordwest Zeitung

„Wir sind nach wie vor der größte Verein in Butjadingen.“ Stolz präsentierte Henning Schnitger, der 1. Vorsitzende der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Burhave am Freitag im Butjadinger Hof seinen Jahresbericht. Dem Verein gehören 1018 Mitglieder an. Ein Höhepunkt war im vergangenen Jahr der Sportlerball unter dem Motto: Grün-Weiße Nacht. Hundert Mitglieder feierten in Iggewarden ein ausgelassenes Fest.

Lob für Zusammenarbeit
Gut angenommen wurden auch die zahlreichen anderen geselligen Veranstaltungen des Vereins. Dazu gehörten unter anderem Preisskat, Kinderkarneval, Sportlerehrung und das traditionelle Weihnachtsvolleyball-Turnier. Ausgezeichnet laufe die Zusammenarbeit zwischen Vereinsführung und Gemeindeverwaltung. Probleme werden schnell und zielführend ausgeräumt. Ebenso unproblematisch sei das Verhältnis zu den anderen Vereinen und Organisationen vor Ort.

In den Berichten der Spartenleiter wurde dann deutlich, dass Geselligkeit im Verein neben dem Sport eine bedeutende Rolle spielt. Die Sparten vermeldeten aber auch sportliche Erfolge. So hat die Herrenmannschaft im Volleyball die Vizemeisterschaft in der Bezirksliga erreicht. Im Tischtennis stellt die Burhaver Herrenmannschaft den Kreismeister und die Fußballer schafften es bis ins Halbfinale des Kreispokals.

Wahlen im Rekordtempo
Die Basketballmannschaft wurde verstärkt und will in der nächsten Saison am Punktspielbetrieb teilnehmen. Um den Nachwuchs muss man sich bei der TSG auch keine großen Sorgen machen. Insbesondere die Sparten Fußball und Tischtennis zögen Kinder und Jugendliche an.

Bei den durchgehend positiven Jahresberichten verwunderte es nicht, dass die angesetzten Vorstandswahlen im Rekordtempo vollzogen wurden.

Der Vorstand um Henning Schnitger wurde einstimmig wiedergewählt. So bleiben neben Schnitger, der das Amt seit elf Jahren inne hat, auch der 2. Vorsitzende Thorsten Lahrmann, Schriftführerin Tanja Thielemann und Kassenführerin Barbara Entrich im Amt. Zum stellvertretenden Kassenwart wurde Jörg Preisler gewählt, Janine Röver wird stellvertretende Schriftführerin.

Den Posten des Kassenprüfers übernimmt Axel Linneweber. Bestätigt wurden auch die Abteilungsleiter des Vereins. Für den Bereich „Jugend und Sport“ Marco Lempke, für „Fußball“ Heiko Tönjes“, für „Ballspiele“ Thorsten Hodie und „Turnen“ Reinhard Abel.

 

Keine Unterstützung vom Landesvater

Langwarder Groden David McAllister hält Schleifung des Vordeiches für eine „geeignete Maßnahme“

Die Deichsicherheit in Butjadingen werde durch die Ausgleichsmaßnahme nicht gefährdet. Dafür gebe es strenge Vorgaben.

von Rolf Bultmann – Nordwest Zeitung

Die Bemühungen der Gemeinde Butjadingen und der Bürgerinitiative, eine Schleifung oder Öffnung des Vordeiches am Langwarder Groden zu verhindern, haben einen weiteren Dämpfer erhalten. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) wird die Butjenter bei ihrem Kampf für eine andere Lösung nicht unterstützen.

Das geht aus dem Antwortschreiben hervor, dass die Gemeinde auf ihr vom Rat beschlossenes Bittschreiben vom Landesvater erhalten hat und worüber Bürgermeister Rolf Blumenberg die Ratsmitglieder während ihrer Sitzung am Donnerstagabend im Burhaver Rathaus unterrichtete.

Die Sorgen der Butjadinger im Zusammenhang mit der geplanten Ausgleichsmaßnahme im Langwarder Groden werde seitens der Landesregierung ernst genommen, teilte David McAllister mit. Er stellt aber auch fest, dass nach umfangreichen Erörterungen „die geplante Schleifung des sogenannten Sommerdeiches nach wie vor eine geeignete Maßnahme darstellt, die den Vorgaben der Planfeststellungsbeschlüsse vollumfänglich entspricht“.

Der Ministerpräsident sieht in der Schleifung des Vordeiches auch keine Minderung der Deichsicherheit in Butjadingen. Deren strengster Berücksichtigung sei eine Vorgabe für die Kompensationsmaßnahme. So werde der schon jetzt den gesetzlichen Standards entsprechende Hauptdeich verstärkt, ehe die Schleifung des Vordeiches erfolge. „Eine Gefährdung der Bevölkerung ist daher ausgeschlossen“, so David McAllister.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Sprickerhof wies in der Ratssitzung darauf hin, dass andere Deichanschnitte zwischen Eckwarderhörne und dem Langwarder Groden viel dringender ertüchtigt werden müssten. Dass dies wegen der Maßnahmen am Langwarder Groden unterbleibe, sei unverantwortlich.

Unabhängigen-Ratsherr Lambertus Poll erinnerte daran, dass es nach wie vor nicht gelungen sei, die Umweltverbände von einer Schleifung oder Öffnung des Vordeiches abzubringen. Ohne deren Zustimmung sei auch von der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft wohl kaum zu erwarten, dass sie zu einer Änderung der Ausgleichsmaßnahme bereit ist.

Bürgermeister Rolf Blumenberg hofft auf einen kurzfristigen Erfolg der Initiative von Björn Thümler. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion möchte noch einmal alle Beteiligten an einen Tisch bekommen, damit eine einvernehmliche Lösung gefunden wird.

 
© 2011 Lars Lammers